INFORMIEREN

Landminen sind heimtückische Sprengfallen, die die Zivilbevölkerung noch Jahrzehnte nach der Beendigung eines militärischen Konflikts bedrohen, ihre Bewegungsfreiheit massiv einschränken und die wirtschaftliche Erholung einer Region wesentlich behindern. Am Boden oder direkt darunter platziert, werden sie durch Berührung oder bereits durch leichte Erschütterungen ausgelöst. Die Explosion hat meist verheerende Folgen für die soziale und wirtschaftliche Stellung des Minenopfers und seiner Familie, etwa durch Amputationen, Verlust der Ernährungsgrundlage, hohe Gesundheits- und Rehabilitationskosten, lebenslangen Betreuungsbedarf oder die Ausgrenzung in der Gesellschaft.

Gemeinsam gegen Landminen setzt sich seit 2002 für eine minenfreie Welt ein. Mit unseren Projekten zielen wir vor allem auf Unfallvermeidung und Minenopferhilfe ab. Minenräumprojekte unterstützen wir mit sogenannten Nischenfinanzierungen. So finanzierten wir z. B. 2018 die Anschaffung eines Rettungswagens, der für den Notfall während der Arbeit eines  Entminungsteam in der Stadt Mossul, Irak, bereitsteht.

In den vergangenen 16 Jahren war GGL in insgesamt 15 Ländern tätig. Lesen Sie hier über unsere aktuellen und abgeschlossenen Projekte und verschaffen Sie sich einen Überblick über unsere bishierige Arbeit für eine minenfreie Welt. Eine Arbeit, die wir ohne die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender nicht leisten könnten. Wollen Sie uns auch dabei unterstützen? Jeder Beitrag ist wichtig!

UNSERE AKTUELLEN PROJEKTE

Minenopfer Rahmi Ali aus Darwaz Bala, Afghanistan, mit zwei seiner Kinder.

AFGHANISTAN

Auch 2019 hilft GGL Minenopfern aus entlegenen Dörfern der Regio Darwaz und übernimmt z. B. Transport- und Behandlungskosten oder leistet Starthilfen für ein selbstständiges Leben.

BURMA

Bereits seit 2008 finanzieren wir verschiedene Projekte unseres Partners Karen Department of Health and Welfare (KDHW) zur Vermeidung von Minenunfällen und für die Hilfe von Minenopfer.

BURMA/THAILAND

In der Prothesenwerkstatt der Mae Tao Clinic an der burmesisch-thailändischen Grenze erhalten burmesische Minenopfer kostenlose Prothesen. GGL finanziert seit 2018 das Jahresbudget der Werkstatt.

IRAK

Die irakische Stadt Mossul und ihre Umgebung sind besonders stark von improvisierten Sprengfallen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) betroffen. GGL unterstützt den Projektpartner FSD bei der Entminung.

UKRAINE

FSD hat ein Projekt gestartet, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die Gefahr von Minen und anderen Explosivstoffen aufgeklärt werden. GGL finanziert auch 2019 einen Teil dieser Aufklärung.

GGL-NOTFALLTOPF

GGL hilft mit dem Notfalltopf rasch und unbürokratisch und finanziert z. B. die Kosten für den Transport des Minenopfers und seinen Aufenthalt in einem Spital oder Überbrückungshilfen für die ersten schwierigen Monate.

ABGESCHLOSSENE PROJEKTE

Angola

2006 – 2007

Im Rahmen eines 10-jährigen Programms zur Minenrisiko-Schulung haben Minenspezialisten die Bevölkerung der Region Andulo in der Provinz Bié geschult, um weitere Minenunfälle zu verhindern. GGL beteiligte sich in den Jahren 2006/2007 an der Finanzierung dieses Programms. Im Zentrum der Bemühungen standen insbesondere Frauen und Kinder der Orte Kanana, Sinha und Andulo Sede. Insgesamt wurden rund 5.400 Menschen erreicht.

Angola_Projektfeier mit GGL-Transparent

Bosnien-Herzegowina

2014 – 2015

Bosnien-Herzegowina ist nach dem Bosnienkrieg (1992-1995) noch immer stark vermint. An die 120.000 Landminen liegen versteckt im Boden. Bei der Flutkatastrophe im Mai 2014 strömten Wasser und Schlammmassen mit ungeheuerer Wucht über die Minenfelder, spülten bisher vergrabene Minen frei oder verlagerten sie auf vorher sichere Gebiete. Minenwarnschilder wurden fortgerissen. GGL unterstützte das bosnische Minenaktionszentrum (BHMAC) und finanzierte spezielle Computerausstattung zur raschen Neuerfassung der Minenfelder.

Bosnien-Herzegowina_EntminerInnen nach dem Hochwasser von 2014

Burundi

2005 – 2008

In den Jahren 2005 bis 2008 unterstützte GGL eine Aufklärungsmission und die daran anschließende  Minenräumung im „Land der 7.000 Hügel“. Unter anderem finanzierte GGL die Anschaffung von Wanderausrüstungen für die MinenräumerInnen: Tagelanger Dauerregen macht die Entminungsarbeiten noch schwieriger. Übermüdete und durchnässte Minenräumer können sich schlecht auf ihre Arbeit konzentrieren, gefährden sich selbst und ihre Kollegen.

Burundi_MinenraeumerInnen in einem Dorf

Georgien

2009 – 2016

Dank der Förderung durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation ICBL Georgien konnte von 2009 – 2011 ein großangelegtes Aufklärungs- und Hilfsprojekt durchgeführt werden: Innerhalb von 30 Monaten wurden 11.000 Schülerinnen und Schüler über die drohende Minengefahr aufgeklärt. Als Folgeprojekt wurde 2013 das Projekt „Helpers Bus: Mobile Hilfe für Minenopfer“ gestartet, das bis Mai 2016 Minenopfern und ihren Familien bei der Inanspruchnahme ihrer Rechte Hilfe brachte.

Georgien_Helpers Bus_hilfe rollt mit Erfolg

Kongo

2003 – 2004

Zwei Jahre lang unterstützte GGL Austria seinen Projektpartner FSD bei verschiedenen Projekten in der Demokratischen Republik Kongo. Dabei wurde große Aufmerksamkeit auf die Ausbildung eines nationalen Minenräumteams gelegt. Für dieses Team wurden u.a. Schutzanzüge und ein Ambulanzwagen finanziert.

Kongo_Entminungsteam mit Rettungswagen

Laos

2004 – 2006

Der Vietnamkrieg ist vor Jahrzehnten zu Ende gegangen, aber noch immer ist die Zivilbevölkerung von Laos, über das im Zuge der Kämpfe mehr als 270 Millionen Streubomben abgeworfen wurden, durch Blindgänger bedroht. Sie machten das Land zu einem der meist verseuchten Gebiete weltweit. Von 2004 bis 2006 leistete GGL gemeinsam mit CARE einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Laos und unterstützte die Minenräumung des Projektpartners FSD.

Laos_Kinder und Minen

Sri Lanka

2005 – 2006

In den Jahren 2005 und 2006 unterstützte GGL die Entminungsarbeit des Projektpartners Schweizer Stiftung für Minenräumung (FSD) finanziell und trug damit dazu bei, dass 1.353 Minen und Blindgänger im und um das Dorf Silawathurai schnell und umfassend geräumt wurden. Die Übergabe der entminten Schule des Dorfes wurde  am 4. August 2006 mit einem großen Fest gefeiert.

Sri lanka_Minen vor Schulkindern

Südsudan

2005 – 2016

Die Projekte, die wir gemeinsam mit FSD durchführten, erleichterten die Arbeit der Entminer und unterstützten die Bemühungen um minenfreie Verkehrswege sowie die nationalen Entminungsarbeiten im „Hinterland“ des Südsudans. Besonders am Herzen lag uns die Finanzierung von Minenrisiko-Schulungen zur Unfallvermeidung. Aufgrund der immer dramatischeren Sicherheitslage im Südsudan musste die Arbeit vor Ort 2016 bis auf Weiteres eingestellt werden.

Suedsudan_Buben mit MRE Flyern

Tadschikistan

2007 – 2014

Von 2007 bis 2014 unterstützte GGL Austria das Minensuchhunde-Projekt im Rahmen des tadschikischen Mine Action Program. Durch die Unterstützung von GGL konnten eine Reihe von wesentlichen Investitionen getätigt werden, die den Hunden ihre schwierige Aufgabe erleichterten. 2009 gestartet, entwickelte sich die Zucht von Minensuchhunden im Mine Detection Dog Centre in Duschanbe, Tadschikistan, zu einem Erfolgsprojekt. Doch durch den Wegfall des Hauptfördergebers mit Anfang 2014 war der weitere Betrieb nicht mehr möglich.

Tadschikistan_Minensuchhund beim Training

Westsahara

2016

Ein vergessener Konflikt: 1976 annektierte Marokko die ehemalige spanische Kolonie Westsahara. Bis zu einem Waffenstillstand im Jahr 1991 herrschte Krieg zwischen Marokko und den Sahrauis. In den 80er-Jahren errichtete Marokko einen 2.700 km langen, stark befestigt und verminten Wall, der die Westsahara durchtrennt. Hunderttausende Landminen und Blindgänger fordern dort jedes Jahr Opfer unter den sahaurischen Nomaden. 2016 finanzierte GGL den Austausch völlig verrosteter Schilder durch neue, wetterbeständige Minenwarntafeln. Ein Folgeprojekt für Minenopfer ist in Planung.

Westsahara_Warntafel mit Auto